Problematische Entwicklungen

Unfruchtbarkeit

Behandlungsmethoden

Assistierte Reproduktion: In-vitro-Fertilisation (IVF)

Problematische Entwicklungen
Mittlerweile hat sich die In-vitro-Fertilisation zu einem komplizierten und kontroversen Verfahren entwickelt, denn sein Einsatz geht nun sehr viel weiter als ursprünglich vorgesehen. So hat man z.B. Eizellen junger Frauen genutzt, um älteren Frauen zu einer Schwangerschaft zu verhelfen. Diese brachten dann noch mit über 50 Jahren (also nach ihrer Menopause), ja sogar als betagte “Seniorinnen” und Großmütter Kinder zur Welt. Andere dienten als
"Leihmütter”, d.h. ihnen wurden die befruchteten Eizellen fremder Frauen implantiert, um - für Geld - deren Kinder „auszutragen“. Nach der Geburt musste dann die gemietete „Austragungsmutter“ das Neugeborene der wirklichen „Eigentümerin“, d.h. der “Mieterin” ihrer Gebärmutter aushändigen, denn die hatte ja 9 Monate lang für die Schwangerschaft bezahlt. In einigen Fällen haben solche Vereinbarungen zu bitteren Streitigkeiten, Gerichtsprozessen und persönlichen Tragödien geführt. Es hat auch schon "Eizellenspenderinnen" gegeben, d.h. Frauen, die ihre Eizellen fremden, unfruchtbaren Frauen gespendet haben (u. U. auch gegen Bezahlung). Die fremden Frauen ließen die Eizellen dann von ihren Ehemännern befruchten und in die eigene Gebärmutter implantieren. So wurden dem Kind des Ehepaares wenigstens die vererbbaren Eigenschaften des Mannes zuteil (die anderen vererbbaren Eigenschaften stammten natürlich von der „Eizellenspenderin“). Tatsächlich haben neue medizinische Techniken noch viele andere Möglichkeiten eröffnet. So ist es z.B. heute möglich, das Geschlecht des gewünschten Kindes im Voraus zu bestimmen. Dies wurde möglich durch verschiedene Methoden der genetischen Präimplantatsdiagnose (engl. preimplantation genetic diagnosis oder PGD). Dies klingt in der Theorie harmlos genug und ist manchen Paaren auch hochwillkommen. Sollte sich aber die bewusste Geschlechtswahl der Kinder allgemein durchsetzen und von immer mehr Paaren genutzt werden, dann könnte das für die Gesellschaft sehr unangenehme Folgen haben. Leider können nicht alle diese Neuerungen und die damit verbundenen medizinischen, juristischen, psychologischen und sozialen Probleme (wie z.B. beim Klonen) in diesem Einführungskurs angemessen diskutiert werden.

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